Auf dem Weg zur rauchfreien Schule – Erfahrungsbericht Sekundarschule Horgen
Kontakt:
Schulsozialarbeit Oberstufe Horgen
Schulhaus Rainweg
8810 Horgen
Tel.: 043 244 12 10
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Hintergrund und Motivation
Im SchülerInnenrat der Sekundarschule Horgen wurde immer wieder das Thema Rauchen diskutiert, weil sich Schülerinnen und Schüler daran stören, dass es Jugendliche gibt, die sich nicht ans Rauchverbot an der Schule halten. So entstand der Wunsch, dass etwas gegen das Rauchen zu unternehmen sei. Dieses Anliegen wurde von den begleitenden Lehrpersonen aufgenommen und anfangs Jahr ins Gremium „Impuls“, in welchem Schulentwicklungsprojekte initiiert werden, eingebracht. Der Hinweis auf das Projekt ‚Rauchfreie Schule’ von Züri Rauchfrei kam vom Vertreter der Präventionsfachstelle Samowar. An einer Schulkonferenz informierte eine Fachfrau von Züri Rauchfrei über die positiven Auswirkungen der frühen Tabakprävention, worauf eine grosse Mehrheit der Lehrerschaft dem Vorhaben zustimmte.
Es folgte die Bildung einer Projektgruppe, die mit der Erarbeitung konkreter Massnahmen beauftragt wurde. In dieser waren Eltern und SchülerInnen ebenso vertreten wie die Schulleitung und Lehrpersonen. Ausserdem haben eine Fachfrau der Präventionsstelle Samowar und die Schulsozialarbeiterin mitgearbeitet.
Prozess und Aktuelle Situation
In mehreren Sitzungen über ca. ein halbes Jahr hinweg hat die Projektgruppe klare Regeln für alle an der Schule beteiligten Personen formuliert und es wurde ein Massnahmekatalog für rauchende SchülerInnen ausgearbeitet. In diesem Prozess hat sich die Gruppe am Leitfaden „Auf dem Weg zur rauchfreien Schule“ von Züri Rauchfrei orientiert. Dieser wurde als sehr umsetzungsorientiert und deshalb äusserst hilfreich empfunden.
Die erarbeiteten Regeln und Massnahmen wurden im Anschluss den unterschiedlichen Beteiligten zur Vernehmlassung unterbreitet: Den Delegierten des SchülerInnenrats, VertreterInnen des Elternrats und allen Lehrpersonen. Die Rückmeldungen waren vor allem positiver Art, für Diskussionen sorgte eigentlich nur das vorhandene Rauchzimmer für Lehrpersonen in einem der Schulgebäude. Dieses wurde in der Konsequenz aufgehoben und den Lehrpersonen ist das Rauchen seither nur noch draussen und ausser Sichtweite der SchülerInnen gestattet.
Neben den klaren Regeln und Massnahmen war ein wichtiges Ziel der Projektgruppe, eine nachhaltige Tabakprävention im Unterricht zu verankern. Diese ist neu auf jeder Stufe verbindlicher Bestandteil des Schulprogramms. Als Hilfestellung für Lehrpersonen hat die Projektgruppe Unterlagen zur Tabakprävention im Unterricht gesichtet und zusammengestellt.
Dokumente wie Regel- und Massnahmenkatalog und der Elternorientierungsbrief wurden von der Schulpflege gesichtet und abgesegnet. Die Elternschaft wurde durch einen Brief der Schulleitung über das Projekt, die Regeln und Massnahmen informiert und um Unterstützung im Bestreben um eine rauchfreie Schule gebeten.
Die Information in den Klassen erfolgte durch VertreterInnen des SchülerInnenrats und es wurde ein Plakat mit den Massnahmen für jedes Schulzimmer abgegeben.
Die Unterstützung für die rauchfreie Schule ist sowohl in der Schulkonferenz wie auch in der SchülerInnenschaft sehr gross. Als angenehm empfunden wird von Seiten der Lehrerschaft vor allem auch die Abschaffung des Rauchzimmers, mit welcher unangenehme Geruchsemissionen verschwunden sind. Von Seiten der Eltern kamen bereits wiederholt Anfragen an die Schule, ob das Rauchverbot nicht auch auf andere NutzerInnen des Schulareals wie Vereine etc. geltend gemacht werden könne, damit das Schulhausareal jederzeit rauchfrei gehalten werden kann. Eine entsprechende Regelung liegt jedoch ausserhalb der Kompetenz der Schule und müsste durch die Liegenschaftenverwaltung beschlossen werden.
Zum aktuellen Zeitpunkt ist es noch zu früh, allgemeine Aussagen dazu zu machen, ob sich das Rauchverhalten der SchülerInnen durch das Projekt verändert hat. Erste SchülerInnen wurden beim Rauchen überrascht und es erfolgte eine Meldung an die Schulleitung, welche Buch über Verstösse führt, die entsprechenden Massnahmen verhängt und deren Durchsetzung prüft. Die Herausforderung auf Seiten der Schule besteht aber sicherlich darin, konsequent gegen Regelverstösse vorzugehen und die Unmittelbarkeit der Sanktionen trotz Kooperationsaufwand zwischen Schulleitung und zuständiger Klassenlehrperson zu gewährleisten. Die Evaluation des Projekts ist für Ende Schuljahr 2007/08 geplant.
12.5.2008